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Generationswechsel

Digitale Services werden zur Notwendigkeit für wirtschaftlichen Erfolg eines jeden Unternehmens

Andreas Bader, Vorstand der objectivs partners AG
Veröffenlicht in: DiALOG - DAS MAGAZIN FÜR ENTERPRISE INFORMATION MANAGEMENT | MÄRZ 2018

Die ersten Generationen, die mit Smartphone, Tablet und einem immer verfügbaren Internet aufgewachsen sind, wird nun mündig und damit entsteht ein Generationswechsel, auf den Unternehmen unabhängig ihrer Branche reagieren müssen. Dieser Generationswechsel wird auch eine Veränderung des Konsumverhaltens mit sich bringen. Die Verfügbarkeit von Diensten und Services, unabhängig von Raum und Zeit, wird Voraussetzung für ein zukünftiges Business.

Diese Veränderung im Kundenverhalten betrifft dabei alle Branchen. Smarte Produkte, die mit digitalen Services aufgewertet werden und sich mehr und mehr in unsere vernetzte Welt eingliedern, werden zum Standard. Die Bindung des Kunden durch ein digitales Ökosystem, bestehend aus Produkten und Services, muss daher Ziel unternehmerischen Handelns sein.

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Was einfach klingt, ist schwierig, da mit zunehmender Austauschbarkeit die Loyalität der Verbraucher sinkt. Verbraucher wollen eine große Auswahl, sofortige Lieferung und möglichst guten Service und ganz nebenbei soll es auch noch ein positives Kauferlebnis vermitteln. Wer jetzt glaubt, hier im Agentur-Umfeld richtig aufgehoben zu sein und das Thema an seine Marketingabteilung weiterleitet vergisst, dass in den vergangenen Jahren im Agenturumfeld eine Schatten-IT entstanden ist, die die Ansprüchen einer digitalen Strategie bei weitem nicht erfüllt. Die Integration eigener Systeme und Kernprozesse zur Abrundung der Angebote ist aber zwingend notwendig.

Geringe Investitionen und niedrige Prozesskosten
Dabei sind die Investitionen für einen neuen Zugang zum Kunden verhältnismäßig gering. Die Kosten für ihre Ausführung in aller Regel sogar vernachlässigbar, denn digitale Services skalieren nahezu automatisch und fast ohne zusätzliche Kosten. Sobald der Service einmal steht, kann er kostenneutral millionenfach ausgeführt werden. Er wirkt sich damit unmittelbar auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens aus. Geringe Investitionen und niedrige Prozesskosten, durch diesen Zusammenhang ist kein Unternehmen mehr vor digitalen Services in seiner Branche sicher. In der Vergangenheit gab Größe eine gewisse wirtschaftliche Sicherheit. Das gilt heute nicht mehr, Sicherheit entsteht vielmehr durch Geschwindigkeit.

Für ein kleines Unternehmen, etwa ein Startup, kann auch der Gewinn eines geringen Marktanteils äußerst lukrativ sein. Die großen Player im Markt haben diesen Herausforderungen, durch ihre eigenen hohen Grenzkosten, häufig nicht viel entgegenzusetzen. Eine Reaktion kann nur darin bestehen, Produkte und Services anzupassen und zu verändern - und zwar schnell. Bei digital aufgewerteten Services sind die Produktzyklen viel kürzer, sodass Veränderung und Innovation zu einem kontinuierlich stattfindenden Prozess werden muss, damit das Unternehmen rascher auf Marktveränderungen reagieren kann. Beispiele hierzu gibt es zur Genüge.

Kurz gesagt: Niedrige Prozesskosten und hohe Geschwindigkeit sind heute die entscheidende Kombination für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Ein wesentliches Element dabei ist der Aufbau von digitalen Services, die ihre Grundlage in der Informationstechnologie haben. Dadurch verändert sich die Bedeutung der IT, die nun zu einem strategischen Faktor innerhalb des Unternehmens wird. Sie muss sich stärker an ihrer möglichen Wertschöpfung messen lassen und sich als „Digital Enabler“ verstehen. Um diese Rolle auszufüllen, muss die IT-Organisation jedes Unternehmens drei wichtige Voraussetzungen erfüllen:

Die neue Rolle der IT als strategischer Digitalisierungspartner
Erstens muss sie von der reinen Verwalterposition abrücken, die sie in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten eingenommen hat. Es reicht nicht mehr aus kostenoptimierte und effiziente IT-Services bereitzustellen. Gefragt sind innovative Lösungen für digitale Geschäftsmodelle. Deshalb muss die IT sich von der Kostenstelle zum strategischen Digitalisierungspartner wandeln, ihre Innovationsbereitschaft zurückgewinnen und sich konsequent auf den stetigen Wandel ausrichten.
Zweitens muss die IT-Organisation den Servicegedanken konsequent auch in ihrer Architektur berücksichtigen. Für die Bereitstellung digitaler Mehrwertservices zu vorhandenen Produkten oder den Aufbau neuer digitaler Geschäftsmodelle ist eine neue technologische Basis notwendig. Dies bedeutet auch die Aufgabe traditioneller Bereitstellungsmodelle, denn zahlreiche Infrastrukturanbieter in der Public Cloud bieten bereits die richtigen Dienste für die digitale Transformation - etwa IoT-Plattformen oder Module für Machine Learning in der Public Cloud.

Drittens muss die IT-Organisation in der Lage sein, die geforderte Geschwindigkeit der Umsetzung zu erreichen. Hierzu gehört beispielsweise der Einsatz von agilen Methoden wie Design Thinking bei der Ideenfindung für digitale Services, Scrum bei ihrer Entwicklung oder DevOps bei ihrer Bereitstellung. Dies setzt ein weitgehendes Umdenken bei der Softwareentwicklung voraus. Langwierige Planung, umfangreiche Pflichtenhefte und ausufernde späte Anforderungen haben die IT in der Vergangenheit stark gebremst und sind heutzutage nicht mehr konkurrenzfähig.

Fazit: Prozesskosten und Geschwindigkeit entscheiden
Das bekannte Silicon-Valley-Motto „Try fast, fail fast, adjust even faster“ sollte als Chance für einen möglichst frühzeitigen Erkenntnisgewinn verstanden werden. Es ist wichtig, bei der Entwicklung schnell eine Rückmeldung von den Anwendern zu bekommen und damit Produkt oder Service zu verbessern. Das sagt sich leichter, als es umzusetzen ist. Denn an dieser Stelle hat gerade der Mittelstand Schwierigkeiten mit Theorie und Praxis von agilen Methoden. Sie werden oft als reine Spielwiese missverstanden und fehlinterpretiert. Es geht aber einzig darum, Geschäftspartner, Kunden oder Anwender frühzeitig mit Lösungen zu versorgen, um frühes Feedback zu bekommen und ohne Zeitverzug reagieren zu können. Denn ein Unternehmen wird in Zukunft nur überleben, wenn es sein Produktportfolio um digitale Produkte und Services erweitert. In der Folge gewinnt die IT an strategischer Bedeutung, denn sie muss die Basis für digitale Geschäftsmodelle liefern.

objective partner wurde 1994 gegründet und begleitete damit von Anfang an eine Entwicklung, die heute mit den Begriffen „Digitalisierung“ oder „Digitale Transformation“ gefasst wird. Seitdem agieren wir unabhängig und auf vielfältige Weise - eben objektiv und partnerschaftlich. Wir arbeiten an unserem Standort in Weinheim und bundesweit, gestützt durch die Erfahrung aus mehr als 1500 Kundenprojekten für über 300 Kunden rund um die Themen: Systemintegration, Zukunftssichere IT-Architekturen und IT-Betriebskonzepte, Mobile Apps und Backend-Anbindung, Individualapplikationen, Data & Business Analytics, IoT und SAP Solutions. Interdisziplinär und messbar erfolgreich.
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