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Live is Life

Eine Business-Christmas-Story 2019
Namen und Abkürzungen sind rein zufällig gewählt – Prost! Die Situation: Es ist Heiligabend, friedliche Ruhe macht sich am Nordpol breit. Alles wartet auf die Bescherung.

Der Alte sitzt in seinem Büro, der himmlische Duft seines geliebten Traubenpunsches durchdringt die warme Luft. Im Schein der vielen Kerzen und Lichter ist alles vorbereitet auf den entscheidenden Augenblick. Draußen ist es klirrend kalt. Die zahllosen, so liebevoll wie jedes Jahr, beleuchteten Schlittenkolonnen mit ihren Teams stehen bereit. Im tiefen Schnee glitzern die Spuren der vollbeladenen Gespanne und dem Geläuf der Rentiere. Die hereinbrechende Nacht zeigt es an, gleich ist es soweit.

Zufällig ertönen im Radio die bekannten Töne von „Live Is Life“. Sein Fuß wippt den Beat mit. Und die Gedanken summen auf den Wellen des Ohrwurms.  Ja, da war einiges los dieses Jahr, denkt er sich und schmunzelt in seinen weißen Bart. „Wow“ - und, wir sind live!“. Die digitale Plattform, ehemals nur eine Idee, ist jetzt tatsächlich Realität.

Der Alte wirft seinen dicken Mantel über, schlüpft in die mollig warmen Fellstiefel und bevor er die geliebten Fäustlinge überzieht, nimmt er noch einen großen Schluck aus dem dampfenden Kelch. Während er seinen mächtigen Bart sanft in Form bringt, geht er die wenigen Schritte hinaus auf den riesigen Balkon. Die Bescherung, so nennen sie die Auslieferung, beginnt wie jedes Jahr um diese Zeit mit dem großen „Weihnachts-Halali“ - Startsignal. Die Vorbereitungen für diesen Höhepunkt sind abgeschlossen. Aber dieses Jahr ist dennoch alles anders!
Die Brüstung, geschmückt mit Girlanden aus unzähligen Glühbirnen und allerlei Tant, war viele Jahre der Rahmen für das große Steuerpult in der Mitte des Balkons mit seinen großen Hebeln, Schaltern und Tasten. Heuer steht ein kleines Podest in der Mitte auf dem ein leuchtendes flaches Rechteck die Nacht mit seinem Lichtschein durchbricht. Auf den ersten Blick ist alles so ungewohnt, so anders, so unfassbar. Soll dieses kleine Ding etwa alles andere ersetzen? Seine sonst so bewundernswerte forsche und direkte Art den Höhepunkt des Jahres zu zelebrieren, weicht diesmal einer noch nie dagewesenen Unsicherheit. Er spürt die Angst in sich aufkommen und seine Gedanken fahren Achterbahn mit ihm. „Dieses Projekt wird der Durchbruch“ posaunten noch vor wenigen Monaten seine Wichtel und sprachen danach immer nur von papierlosen, digitalen Abläufen. Den Durchblick hatte er im Detail noch nie gehabt, aber dafür konnte er sich auf sein Team immer verlassen. Wenn er wieder mal ängstliche Fragen stellte, meinten die dann lapidar: „Alter, Digitalisierung ist wie das Weihnachtsgeschäft. Keiner kann (will) es aufhalten, es hält viele Überraschungen parat und am Ende findet es immer statt.“
Lange, fast ein ganzes Jahr hat der Umbau für die neue digitale Plattform gedauert. Alles wird dann, so hat es Prancer und seine Gang ihm immer wieder eingetrichtert, über solche kleinen Dinger gesteuert. Wer’s nicht mitmacht, ist ein ewig Gestriger, ein Digitalisierungsbremser! Deshalb hat er sich in den letzten Monaten immer wieder als Tester zur Verfügung gestellt. Wohl war ihm dabei nicht! Aber was tut man nicht alles für seinen guten Ruf, dachte er sich. Und so wurde manchmal aus einem erwartungsvollen „Ho ho ho, let‘s go“ ein „Oh, oh, … oh-je“. Aber die Hoffnung, dass nun alles, von der Wunschlisten-Erfassung, dem Bestellungsvertrag, über die Produktion bis zur Rechnung alles in einem System enthalten sein soll und die Steuerung über kleine Kacheln so einfach geht, grenzt für ihn an ein kleines Wunder. Viele Steuerknüppel, Kurbeln und Schalter erlebte er schon, aber was ihn dieses Mal erwartet, treibt ihm die Nervosität sichtbar ins Gesicht. Denn früher war jeder Veränderungsschritt sichtbar, heute nennt man das digital, im wahrsten Sinne des Wortes unsichtbar, virtuell. Und dazu soll er dann noch Vertrauen haben….

Auf eines freut er sich besonders. Die Bedienung auf dem neumodischen Steuerpult, äh Tablet, ist so einfach und die kleinen Kacheln auf dem Leuchtpult kann er sogar selbst mitgestalten. Zumindest hat Dancer, einer der Anführer der IT-Group, es ihm versprochen. „Sogar den Auslöser für den „Bescherung-Start“- Prozess kannst du dir selbst konfigurieren“, prahlte Comet der Spezialist für das App-Design, und ahnte wohl schon, dass der Alte darauf voll abfährt. So gleich machte er sich ans Werk und baute sich die für ihn schönste aller Kacheln für den wichtigsten Moment im gesamten Weihnachtsgeschäft: ein „golden strahlender Engelskopf auf dunkelrotem Samthintergrund“ – „Bescherung-Start“ - das ist für ihn pure Motivation!

Heute steht er nun davor. Es ist so weit. Was gab es alles für Pannen und brenzlige Situationen auf dem Weg bis hierher. Mal hatte er keine Berechtigung, andere wiederum zuviele. Mal stürzte das blinkende Ding ab und war schwarz wie die Nacht. Als er vor Wut seinen großen Whiteboard-Marker rausholte und gerade eine Nachricht auf das Brett schreiben wollte, schrie Rudi ihn voller Entrüstung an: „Hey, Alter ist dir der Beerensaft ins Hirn gelaufen. Das ist ein Tablet, keine Schiefertafel. Drück auf den Knopf rechts und das Ding läuft wieder“. Dabei schüttelte Rudi sein riesiges Geweih und dachte nur: „…man, man, man so sind sie nun mal, die digital Immigrants. Aber man kann sie ja nur lieb haben“.
Nun nimmt er noch die letzten Schritte zum Podest. Er blickt aufgeregt, aber mit festem Blick auf den hellen Bildschirm vor ihm. Die fünf Kacheln in der oberen Reihe sind in den letzten Monaten millionenfach benutzt worden, als alles geplant, gebucht, gerechnet und dokumentiert worden ist. Sein Projektteam hat jede noch so schwierige Situation gemeistert. Überall gab es etwas zu verbessern. Die Work-Life-Balance wurde dabei arg strapaziert. Manche Vorgaben mussten neuen Erkenntnissen im Projekt durch ein „Changemanagement“ weichen. Sein Team hat viel Freizeit geopfert und manches Fell oder Haar wurde dabei vorzeitig grau.

Noch einmal, und so ist es Tradition, schaut er voller Zuversicht, mit breitem Lächeln und Leuchten in den Augen ins weite Rund. Ja, sie haben Wort gehalten, denkt er so. Da fällt sein Blick auf den Erfahrensten unter ihnen, auf Knecht Ruprecht. Mit seiner gewohnt stoischen Bewegung, wie man ihn eben kennt, hebt er den linken Arm hoch und zeigt mit dem rechten Zeigefinger auf das erhobene Handgelenk an dem ein blinkender Stern sichtbar wird. „Es ist Zeit!“ – deutet er an und schon zählen alle im Gleichklang den Countdown rückwärts ein. Jetzt zittern sogar dem Alten die Knie. Als alle beim „3 - 2 - 1 - Frohe Weihnachten!“ angekommen sind, tippt er mit seinem rechten Fäustling nun auf die wichtigste Kachel. Die Geschenke für alle Kinder sind nun auf dem Weg.  Jetzt kann Weihnachten kommen! Er ist stolz, die jährliche Last fällt von seinen breiten Schultern und er freut sich wie ein kleines Kind als ihm klar wird: „Live Is Life“.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen Allen geruhsame und fröhliche Weihnachten.  Blicken Sie auch, vielleicht gerade mal in ruhigen Minuten, auf das Erreichte des Jahres 2019 zurück. Seien Sie stolz auf die kleinen und großen Schritte auf dem Weg der digitalen Veränderungen. Bleiben Sie gesund und freuen wir uns gemeinsam auf die kommenden Projekte.

Ihr Digitalisierungshelfer
Steffen Schaar

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